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Einige Anmerkungen zum Konzept
„Die hierfür erforderlichen Kenntnisse und Fertigkeiten findet man in keinem Buch und keinem Fachartikel, sie entstehen zu einem großen Anteil durch Übung und Erfahrung.“

Der Studiengang Onlinemedien an der Dualen Hochschule Baden-Württemberg Mosbach (DHBW Mosbach) ist ein interdisziplinärer dualer Studiengang mit den Schwerpunkten Web-Entwicklung, Web-Design, Usability und Projektmanagement. Die Studierenden werden jeweils zur Hälfte in der Hochschule und in verschiedenen Partnerfirmen ausgebildet. Projekte wie StadtLandFluss-Geschichten werden erstellt und betrieben, um alle Beteiligten und uns selbst zu beeindrucken, von uns Reden zu machen, Referenzen für den Studiengang und die Studierenden zu haben – bzw. um im Rennen der Medien-Studiengänge, die immer im sportlichen Wettbewerb um die coolsten Studenten-Projekte stehen, tüchtig mithalten zu können. Das ist aber nicht die ganze Wahrheit…

Bei genauerem Hinsehen…

Wir, die Professoren des Studiengangs (Arnulf Mester und Thomas Wirth), haben uns aufgrund unserer eigenen Erfahrungen in verschiedensten Firmen und Projekten in der IT- und (Web)Medienwelt eine bestimmte didaktische Haltung zu eigen gemacht.

Sie gründet auf der Überzeugung, dass Studierende nicht nur möglichst große Mengen an Bücherwissen vorgelesen bekommen sollten, um es fein auswändig zu lernen (…und danach alles möglichst schnell wieder zu vergessen). Stattdessen sollten sie mit realistischen Aufgaben, Szenarien und Situationen konfrontiert werden, die für das interdisziplinäre Arbeitsumfeld im Web typisch sind. Denn damit gute Projekte wie StandLandFluss-Geschichten entstehen können, müssen Film-Teams, Entscheider, Pojektmanager, Konzepter, Texter, Web-Entwickler, Designer, Usability-Experten (natürlich immer einschließlich der entsprechenden -innen) und alle drumherum an einem Strang ziehen, gemeinsame Visionen entwickeln und sich untereinander mit ihren spezifischen Fachanforderungen verstehen und verständigen.

…ist ja ein Projekt, kein Lehrbuch – glücklicherweise

Die hierfür erforderlichen Kenntnisse und Fertigkeiten findet man bedauerlicher- oder glücklicherweise (je nach Standpunkt) in keinem Buch und keinem Fachartikel, sie entstehen zu einem großen Anteil durch Übung und Erfahrung. Und selbst wenn: Lesen Studierende in einem Buch, es sei sinnvoll, sich für Projekte auf der Auftraggeberseite an einen einzelnen Ansprechpartner zu halten, der alle Entscheidungen treffen kann, ist das eine eher langweilige und irgendwie triviale Information, die zu wissen sich auch eigentlich nicht lohnt. Verzögert sich aber der Fortschritt in einem Projekt, weil sich die beiden Chefs auf Kundenseite nicht einigen können und gerät deshalb alles aus den Fugen, weil man obendrein zu spät angefangen und keinen Spielraum eingeplant hat, spürt man diese Weisheit direkt am eigenen Leib – und verinnerlicht sie nun mühelos und nebenbei. Über soziale Kalamitäten, die auftreten können, wenn man sich nicht genau und häufig genug mit seinem Auftraggeber abgestimmt hat, und was man hierbei erlebt und wie man damit umgeht, möchten an dieser Stelle nicht sprechen. Aber natürlich gehören auch sie in einer realistischen und natürlichen Situation unbedingt dazu und – das ist sehr wichtig für unser Konzept – sie treten auch nur hier „wirklich“, also authentisch auf. Man kann dergleichen nicht nur nicht nachlesen, sondern auch nur sehr bedingt Rollenspielen.

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